Kostenpflichtige Plugins für den Joomla Content Editor (JCE)

jce-logoPraktisch alle modernen Joomla Editoren lassen sich in ihrem Funktionsumfang erweitern. Manche „nur" über die ausgelagerten Editor-Buttons die sich unterhalb des Textfensters einbinden, andere über ein eigenständiges Plugin-System, das autark arbeitet und sich direkt in den Editor selbst einklinkt. Zu dieser zweiten Art zählt der beliebte Joomla Content Editor (JCE).

Nun war es lange Zeit so, dass viele der heute kostenpflichtigen Plugins früher™ frei erhältlich waren. Man konnte sie einfache von der Webseite der Entwickler herunterladen und sie dann im eigenen Joomla installieren. Manches davon wie der „Images Manager Extended" oder der „File-Manager" waren durchaus sehr nützlich, andere wie das „Emotions-Plugin" schon immer Ladenhüter, selbst als sie noch verschenkt wurden. Doch dann änderten sich die Modalitäten und das Ganze wurde in ein kommerzielles Abo-Modell überführt, und die ehemals freien Plugins mussten auf Wunsch explizit hinzugekauft werden. Für Anwender die diese kleinen Erweiterungen bereits in ihren alten Fassungen kennen ein überschaubares Unterfangen ohne große Überraschungen, für Einsteiger die Frage: „Lohnt sich das überhaupt für mich?". Eine gute Gelegenheit die wichtigsten Plugins und deren Vorteile kurz zu beleuchten.

Der „Image Manager Extended":

kameraZu den beliebtesten JCE-Plugins gehört ganz sicher der „Image Manager Extended", der im direkten Vergleich zu seinem kleinen Bruder, einige zusätzliche Funktionen bietet. Mit ihm ist es beispielsweise nicht nur möglich Bilder über den bekannten Dialog auf den Webspace zu kopieren, sondern gleichzeitig auf gewisse Dimensionen zurecht zu stutzen, beziehungsweise zusätzliche einen kleineren, ebenfalls in dessen Maße bestimmbaren, Thumbnail anzulegen. Die dazu nötigen Felder finden sich direkt unterhalb des Fensters, in das man die Bilder zum Upload hineinzieht. Äusserst praktisch für kleine Fotosammlungen, die man nicht erst über eine externe Bildverarbeitung aufbereiten möchte. Vollkommen ausreichend, so lange nicht gerade Profiqualität, Farbanpassungen oder spezielle Zuschnitte gefordert sind.

In der allgemeinen Oberfläche des Image Manager Extended gibt es aber auch einige interessante Features zu entdecken. Dazu gehört zum Beispiel eine alternative Ansicht im Image Explorer, mit der sich von der einfachen Liste - die jeder kennt - auf kleine Vorschaubilder umschalten lässt. Diese sind durch den relativ geringen Platz im Fenster zwar relativ klein, erleichtern das Suchen und Finden in umfangreichen Bildersammlungen aber enorm. Ebenfalls interessant ist auch die Option nicht nur ein Bild, sondern gleich mehrere Bilder gleichzeitig in einen Artikel einzufügen und auszurichten. Dazu blendet der Image „Manager Extended" kleine Felder neben den Grafiken ein, die mit einem Haken an- oder abgewählt werden können.

Der JCE „File Manager":

box-rollerBeim File Manager handelt es sich dagegen um ein kleines Plugin, das eine leicht zu bedienende Oberfläche nachrüstet, mit der sich fast alle Arten von Dateien schnell und einfach verknüpfen, und in Artikel / Module einfügen lassen. Das dafür vorgesehene Interface erinnert stark an den bereits bekannten JCE „Image Manager", ist von den Funktionen aber etwas einfacher gehalten und auf die Dateiverwaltung optimiert. Wie von den Bildern bekannt, kann man durch (vorher) definierte Verzeichnisse browsen, deren Inhalte begutachten und die gewünschten Pakete mit einem Mausklick auswählen. Hat man sich für ein adäquates Zeil entschieden, stehen eine Reihe von zusätzliches Optionen zur Verfügung, über die sich beispielsweise eine kleines Icon vor dem Link, ein Name, Titel, Dateigröße und Datum der Aktualisierung einblenden lassen. Ausserdem die Möglichkeit, die Ausgabe über eigene Klassen zu formatieren.

Wissen muss man in diesem Zusammenhang allerdings, dass so verknüpfte Pakete mit ihrem echten Pfad angezeigt und angesprochen werden. Für Joomla Administratoren die diese Informationen verborgen wissen wollen, ist der JCE File-Manager deshalb weniger geeignet. Auch ist in der produktiven Nutzung aufgefallen, dass einmal angelegte Verknüpfungen zwar über den gleichen Button editiert werden können, dafür aber ein neuer Eintrag angelegt wird, statt den bestehenden zu überschreiben. Ein kleiner, aber bei großen Mengen von zu bearbeiteten Links äusserst unschöner Bug. Wer sich daran nicht stört, bekommt ein klasse Werkzeug an die Hand, um allerlei Downloads, schnell und ohne Gefummel im Quelltext-Editor zu verlinken.

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Der JCE „Media Manager":

videoFür Joomla Anwender die ihre Artikel mit Multimedia-Inhalten anreichern wollen, ist hingegen der JCE „Media Manager" gedacht. Er erweitert den Editor um einen zusätzlichen Button, über den sich zum Beispiel Filme in Flash, Apple Quicktime oder Windows Media Format einfügen und abspielen lassen. Ausserdem stellt er HTML 5 Videos und Audio im Allgemeinen dar und schafft eine Schnittstelle zu den Diensten von Youtube und Vimeo. Ebenfalls enthalten ist ein automatisches „Fallback" auf Flash, sollte ein Browser kein HTML 5 akzeptieren. Über eine ganze Reihe von Parametern lässt sich die Arbeitsweise des Joomla Media Manager recht genau steuern. Zum Beispiel ob die ebenfalls integrierte Lightbox zum Einsatz kommen soll, ob die eingebetteten Videos automatisch starten, vorgeladen werden, in welchem Formaten und wie die Ausrichtung im Dokument erfolgen soll, Abstände zu den Seiten usw. In diesem Kontext ebenfalls möglich ist ausserdem die Nutzung einer ganzen Playlist um das Heimkino noch etwas komfortabler zu gestalten. Insgesamt kommt auch hierbei das Interface zum Zuge, das bereits vom „Image Manager" und dem „File Manager" bekannt ist. Anwender können durch die vorgegebenen Verzeichnisse stöbern, bekommen die wichtigsten Informationen zu den Files angezeigt, und diese auf Wunsch direkt auswählen und einfügen.

Kurz anschneiden wollen wir auch das ebenfalls im JCE Abo enthaltene „Captions", über das sich Grafiken mit einer frei wählbaren Bildunterschrift ausstatten lassen. Diese ehemals sogar im Joomla Core enthaltene Funktion, wurde allerdings zusammen mit mit der „mosimage"-Verwaltung in Joomla 1.5 entfernt, was vielen Joomla Anwendern schmerzlich in Erinnerung geblieben sein dürfte. Auch findet sich ein „Template Manager", über den sich einfache HTML-Vorlagen erstellen, verwalten und als Vorgabe für den Editor laden lassen. Eine gute Option um beispielsweise technisch weniger bewanderten Redakteuren die Arbeit zu erleichtern.

Als kleines Fazit kann man sagen, dass die kostenpflichtigen Plugins eine gute Erweiterung für den Joomla JCE Editor liefern, die viele der ehemals enthaltenen Funktionen nachliefert. Für eine Aufwendung von aktuell 30$ bekommen Anwender zwölf Monate Zugriff auf die Pakete selbst, sowie die in dieser Zeit erscheinenden Updates. Verlängert man kurz vor Ende dieses Zeitraumes, so wird der Preis auf 20$ reduziert.