Passende FTP-Programme für die gängigen Betriebssysteme
Manche Aufgaben erfordern einfach die richtigen Werkzeuge. Dazu gehört für jeden Seitenbetreiber zum Beispiel ein anständiges FTP-Programm. Denn trotz ausgefeilter Web-Frontends für den Dateiupload und "Ein-Klick"-Installationen für bekannte CMS-Systeme seitens vieler Hoster, gibt es viele Umstände, bei denen man auf solch ein "echtes" Programm einfach nicht verzichten kann. Denn was, wenn noch überhaupt kein Upload-Script zur Verfügung steht, oder wenn erst falsch gesetzte Datei- und Verzeichnisrechte zurechtgebogen werden müssen? Spätestens dann schlägt doch die Stunde lokaler Software, um sich per FTP mit den eigenen Webspace oder Server zu verbinden. Nach den vielen positiven Reaktionen auf unseren Artikel "Welche Editoren eignen sich zum Bearbeiten von Joomla-Dateien?" geben wir euch dieses Mal Empfehlungen zu bekannten und kostenfreien FTP-Programmen, die sich schnell und einfach installieren lassen und alle benötigten Funktionen bieten.
Den Anfang wollen wir mit dem sehr beliebten und quelloffenen "FileZilla" machen, das in Paketen für Windows, Linux und Mac OS X zur Verfügung steht und damit die wichtigsten Betriebssysteme abdeckt. Die Oberfläche kann im ersten Moment sehr unübersichtlich wirken, da die Entwickler versuchen möglichst viele Informationen gleichzeitig anzuzeigen. So teilt sich das Fenster in der Standardansicht in die Symbolleiste, Schnellstarter für Verbindungen, Log mit Statusmeldungen, einer lokalen und einer Baumansicht für den Server, sowie größere Fenster für Verzeichnisse für und Fortschrittsbalken und Warteschlange auf. Wem dies einfach zu viel ist - und so dürfte ein großer Teil von Anwendern denken - der kann zum Glück nachbessern, und über den Menüpunkt "Ansicht" all das ein- und ausblenden was in seinen Augen überflüssig ist. Diese rein kosmetischen Geschmacksfragen ändern aber nichts an dem sehr guten und ausgereiften Funktionsumfang den "FileZilla" seinen Anwendern bietet. Neben Bookmarks für bekannte Server und deren Zugangsdaten, kennt man neben FTP auch noch FTP über eine verschlüsselte Verbindung (FTPS und SFTP), Unterstützung für IPv6, einen Filter für Dateinamen, Drag & Drop für Dateien und Verzeichnisse und Wiederaufnahme von abgebrochenen Übertragungen. Außerdem steht "FileZilla" in vielen unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung, kann Ordner miteinander abgleichen und sich auf Wunsch hin in der Bandbreite beschränken.

Eine zweite, praktisch ebenfalls über die Grenzen der Betriebssysteme hinweg arbeitende Lösung, ist "FireFTP" für den Firefox-Browser. Wie "FileZilla" wird er kostenfrei an seine Anwender verteilt, benötigt allerdings zwingend den Firefox um benutzt werden zu können. Ist er als Addon in den Browser installiert, steht unter "Extras" ein neuer Menüpunkt für FireFTP bereit. Klickt man darauf, startet das Programm und öffnet einen neuen Tab mit seiner Oberfläche. Der Funktionsumfang ist auch hier umfassend, bietet alles was man für die tägliche Arbeit an der eigenen Seite benötigt. Auch "FireFTP" kann mit gesicherten Verbindungen wie SSL, TLS und SFTP umgehen, unterstützt IPv6 und bietet an abgebrochene Übertragungen wieder aufzunehmen. Die Oberfläche ist im direkten Vergleich aber sehr viel schlichter gehalten kommt insgesamt mit einer Kontrollleiste und drei Fenstern aus. Die unterteilen sich dann in die lokale, und in die Ansicht des Servers, sowie den Statusmeldungen auf. Navigieren lässt sich damit über das zwei DropDown's und einem zusätzliche Dateibrowser. Eine Warteschlange für anstehende Übertragungen und eine Bookmark-Verwaltung für bereits gespeicherte Server runden die Extension angenehm ab.

Als Abschluss haben wir noch das bei Mac-Anwendern beliebte "Cyberduck" mit auf die Liste genommen. Ein FTP-Client der sich zusätzlich auch mit Google Docs, Cloud Files, Google Storage, Amazon S3 und WebDAV Freigaben verbinden kann. Vom Aussehen her erinnert "Cyberduck" auf den ersten Blick eher weniger an ein FTP-Programm, begrüßt den Anwender beim Start mit der Liste der angelegten Bookmarks auf bereits bekannte Server. Aber auch danach geht der FTP-Client einen ganz eigenen Weg, setzt auf ein einziges Fenster, in dem die Struktur der jeweils verbundenen Quelle angezeigt wird. Dateien und Verzeichnisse werden dabei rein per Drag & Drop mit der Maus kopiert. Das spart zwar jede Menge Platz auf dem Desktop, ist für Anwender die erste Zeit aber sehr gewöhnungsbedürftig und bringt manch kleinen Stolperstein mit sich. So ziert sich "Cyberduck" beispielsweise bei der Ablage von Dateien, wenn man diese nicht exakt auf den Ordern selbst zieht. Legt man sie stattdessen in den Bereich mit den Dateien ab - was aus Sicht eines Nutzers absolut logisch erscheint - gibt das Programm nur die wenig hilfreiche Meldung aus "FTP Fehler: Upload fehlgeschlagen. Could not create file". Deshalb ist es wichtig in diesem Zusammenhang mit spitzen Mauszeiger zu arbeiten, und immer exakt auf das Symbol des Verzeichnisses selbst zu ziehen. Sieht man von diesem kleinen unschönen Schnitzer ab, bekommt man mit "Cyberduck" ein kleines schnelles FTP-Programm, das sich mit vielen verschiedenen Diensten verbinden kann.

