Geschrieben von Jan am Sonntag, 21. Februar 2010 in News, inTeam
Joomla hat sich in de letzten Jahren zu einem der beliebtesten Content Management Systeme überhaupt entwickelt, eine Tatsache die sich kaum leugnen lässt. Viele Hoster bieten Joomla inzwischen als Option für ihre Kunden an, das sich auf Mausklick hin fertig installiert und sofort einsatzbereit ist. Ein Erfolg der spätestens jetzt seine Schattenseite offenbart, denn Joomla leidet unter einem massiven Nachwuchsmangel im Support. Eine Entwicklung die bereits zu Zeiten von Mambo 4.5.1 ihren lauf nahm und deren Auswirkungen aktuell für Diskussionen sorgt. So finden sich immer wieder Vorwürfe der Support wäre zu unfreundlich, arrogant und viele Fragen würden unbeantwortet bleiben. Ein Phänomen das zwar im JoomlaPortal angesprochen wurde, jedoch auch auf alle anderen Plattformen zutrifft. Doch der Vorwurf trifft nicht den Kern des Problems, das den deutschen Portalen schlicht die aktiven Mitglieder ausgehen.
Noch vor wenigen Jahren gehörte es zum guten Ton, sich aktiv in eine Community einzubringen deren Vorteile man selbst nutzen wollte. Erfahrene Mitglieder beantworteten Fragen und halfen den Einsteigern, diese wurden dann ihrerseits irgendwann aktiv und gaben ihr frisch erworbenes Wissen an die nun neu nachkommende Generation weiter. Je weiter das eigene Wissen stieg, umso mehr konnte man sich um interessantere und schwierigere Probleme kümmern. Die Zeit die man also in Einsteiger investierte war grundsätzlich gut aufgehoben, und man konnte darauf hoffen, das einige von ihnen ebenfalls langfristig aktiv wurden. Doch das ehemals gut laufende System fand seine Grenzen als zwei Entwicklungen aufeinander trafen.
1. Die Anwender die auf Joomla setzen brachten immer weniger Vorkenntnisse zum Aufbau von Webseiten mit. Wo man früher noch selbst mit HTML und PHP bastelte, und zumindest ein klein wenig Grundwissen zum Thema vorweisen konnte, da klafft heute eine große Lücke und muss oftmals erst Selbstverständlichkeiten wie die Bedeutung und Bedienung eines FTP-Programmes erklären statt sich um das eigentliche Joomla-Problem zu kümmern.
2. Die steigende Zahl von Joomla Anwendern führte auf der anderen Seite leider auch dazu das sich immer weniger Mitglieder aktiv in den Support einbrachten. Zwar wurden dessen Vorzüge praktisch selbstverständlich, ausgiebig und gerne in Anspruch genommen, sich im Gegenzug daran beteiligen, wollten und wollen dagegen allerdings nur die wenigsten. Das sieht man besonders gut dann, wenn Mitglieder mit denen man ein Problem lösen konnte nicht aktiv werden, obwohl das exakt gleiche Problem weniger Tage später von einem anderen Anwender im Forum gestellt wird, und sie die nötige Antwort geben könnten, es allerdings nicht tun. Die Chancen das jemand selbst im Support kleben bleibt, dem man geholfen hat, sind damit immer kleiner geworden.
Diese beiden Punkte sorgen letztlich dafür das es nur noch eine recht kleine Gruppe von aktiven Supportern gibt die sich um den ganzen deutschsprachigen Raum kümmern, dabei auch über die Grenzen der einzelnen Foren hinweg tätig sind, und mehr Stunden vor dem Bildschirm verbringen müssen als sie eigentlich wollen. Denn fast alle fühlen sich dafür verantwortlich das es trotzdem rund läuft, das möglichst wenig Anfragen unbeantwortet bleiben sollen, und das "ihr" Joomla trotzdem gut dasteht, und übernehmen sich dabei im Endeffekt.
Das es so viele unfreundliche Antworten gibt, die schlechte Stimmung und Motivation, stammen meiner Meinung nach aus der Tatsache, das der Support hoffnungslos überarbeitet ist. Vor allem aber aus der mangelnden Perspektive das sich dieser Zustand in absehbarer Zeit positiv ändern könnte. Denn die Personengruppe die Joomla nutzt legt immer weniger Lernbereitschaft an den Tag und fühlt sich weder den Entwicklern, noch der Community gegenüber in irgendeiner Verantwortung. So lange sich das nicht wieder ändert wird auch die Stimmung innerhalb des Support eher angespannt bleiben.
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