NoNumber mit neuen Lizenzmodell und eingeschränkten Funktionen
Plugins und Erweiterungen von NoNumber erfreuten sich bisher in Joomla Kreisen einer äußerst großen Beliebtheit, rüsteten sie doch oft schmerzliche vermisste Funktion im Joomla-Core und dessen Bedienung nach. Als Beispiele seien der „Advanced Module Manager", der „Cache Cleaner", „Content Templater", „Sourcerer" oder der „ReReplacer" genannt. Doch dies könnte sich nach dem letzten Kurswechsel des Projekts durchaus ändern. Denn statt wie bisher auf eine Mischung aus kommerziellen Lizenzen für professionelle Anwender und freien Erweiterungen für den privaten Gebrauch zu setzen, legt man seine Nutzer nun an die kurze Leine. Bestehende Joomla Plugins und Erweiterungen wurden im Funktionsumfang stark eingeschränkt, Preise massiv erhöht und bestehende, bereits bezahlte Lizenzen von Kunden kurzerhand deaktiviert. Eine Tatsache von der wir hier bei Joomla Downloads übrigens auch betroffen sind, was nicht verschwiegen werden soll.
Nun steht es vollkommen ausser Frage das auch Joomla Entwickler essen und ihre Rechnungen bezahlen müssen. Doch sind Preise ebenfalls der Realität unterworfen und sollten sich in einem akzeptablen und fairen Rahmen bewegen. Ein Punkt den man vielleicht mit einem kleinen Beispiel besser verständlich machen kann.
Fangen wir ganz am Anfang an. Noch im Juli 2010 kostete eine Lizenz für eine Domain, für alle Erweiterungen von NoNumbers und ohne Laufzeitbeschränkung 30 Euro. Noch im selben Monat wurde die gleiche Lizenz auf 45 Euro, im November dann auf 50 Euro erhöht. Alles Preissteigerungen die man durchaus noch als „normal" bezeichnen, und mit dem höheren Aufwand für den Entwickler erklären könnte. Nach dem neuen Preismodell sollen Nutzer nun aber 195 Euro für dieses Paket bezahlen, und sich dieses auf ein Jahr limitieren lassen. Das ehemalige Angebot mit unbeschränkter Laufzeit - und etwas anderes waren die kleinen Pakete früher ja nicht, bis auf die Limitierung auf eine Domain - soll nun sogar mit satten 495 Euro abgegolten werden.
Nebenbei führt Peter van Westen aber noch eine weitere, sehr viel einschneidendere Änderung ein, die letztlich alle Nutzer seiner Erweiterungen trifft. Denn diese unterscheiden sich nun nicht mehr länger durch einen einfachen Hinweis im Backend, sondern wurden in ihrem Funktionsumfang stark beschnitten. Ehemals bereits vorhandene Features wurden entfernt und in die Pro-Varianten ausgelagert. Wer zum Beispiel die „freie" Version seines Advanced Module Manager aktualisiert, dem fehlt hinterher die Unterstützung für JoomlaWorks „K2", FlexiContent, ZOO und die Zuordnung nach Datum oder Benutzer. Beim Cache Cleaner wurde das Löschen nach dem Speichern und Bearbeiten von Artikeln, dass automatische Löschen nach einer Zeitspanne, dass globale Check-In, sowie die Optionen für Datenbanktabellen und zusätzliche Verzeichnisse entfernt. Eine Liste die sich auch bei den anderen Joomla Erweiterungen von NoNumber noch lange fortsetzen ließ.
Besonders verärgert dürften aber alle Bestandskunden sein, die über einen eigentlich gültigen Lizenzcode verfügen. Denn diese haben - um es auf den Punkt zu bringen - schlicht Pech gehabt und müssen erneut in die Tasche greifen, selbst wenn sie bereits ein Paket mit „Lifetime Support" gekauft hatten. Ein solcher Nutzer, dessen Bestellung scheinbar auf den Januar 2012 datiert, machte daraufhin seinem Ärger im Forum des Entwicklers Luft, und fand dabei recht deutliche Worte. Aber auch er hatte damit offenbar keinen Erfolg, und wurde darauf hingewiesen das er eben zu den neuen Konditionen neu bestellen und bezahlen müsse. Nur wie lange wird das neue „Lifetime" in diesem Zusammenhang halten? Ein halbes Jahr, ein Jahr oder vielleicht doch ein wenig länger? Zukunftssicher kann man dieses Konzept wohl kaum bezeichnen. Aber immerhin gab es aber einen Gutschein für drei Monate kostenlose Nutzung.
Bleibt natürlich die Frage wie es mit den Erweiterungen von NoNumber weitergeht. Einen Teil von ihnen hatten wir schon immer bei uns in den Downloads gelistet. Die dort vorhandenen Pakete sind also die letzten „freien" Versionen, die noch nicht im Funktionsumfang beschnitten wurden. Diese belassen wir noch eine Zeit lang online, um Nutzern die Chance zu geben ihre bestehenden Installationen zu reparieren, oder um den Code als Grundlage für eigenen Anpassungen zu verwenden. Updates wird es für diese Pakete aber vorerst nicht mehr geben.
